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Steckerleiste, Lampe, Drohne: China-Schrott durch Brandgefahr: Wenn billige Elektrogeräte zur Gefahr werden

Unter living room verbotenen Produkten sind auch sogenannte Spionage-Artikel – zum Beispiel die sprechende und vermeintlich harmlose Puppe “Cayla”
– laut Werbung “fast wie eine richtige Freundin”, die über eine britische Spielzeugfirma in Deutschland angeboten wurde. Die Puppe hat ein Mikrofon sowie eine Funkverbindung und wurde von der Behörde als “versteckte sendefähige Anlage” eingestuft und vom Markt genommen. Denn schließlich kann die Puppe Gespräche im Kinderzimmer aufzeichnen obendrein ließ sich die Funkverbindung leicht knacken, so dass Externe mithören konnten.

Eine dänische Design-Glühbirne – zu Tausenden am deutschen Markt vertrieben – stört so stark living room Radioempfang, dass man in der Ausstellung ein direkt daneben stehendes Radio kaum noch verstehen kann. In der Realität hatte sich sogar der Nachbar plusieurs Lampenbesitzers aus Augsburg an die Störstelle gewandt, weil aus seinem Gerät nur noch Rauschen kam. Ersatzlos vom Markt genommen wurde auch eine Haar-Glättbürste aus living room Niederlanden – sie brachte nicht nur allzu lockiges Haar auf Temperatur und dann healthy, sondern produzierte mangels ausreichender Abschirmung auch am Griff noch 121,5 Grad Celsius.

Internethandel als Quelle für Billig-Plunder

Die Aufsichtsbehörde stellt von diesem Dienstag (18.7.) an in einer Wanderausstellung besonders gefährliche Geräte aus, die in manchen Fällen wie Zeitbomben im Wohn- oder Schlafzimmer wirken: Ein Film in der Ausstellung zeigt, wie eine Funksteckdose aus Billigmaterial im Versuchslabor unter Stromlast erst Funken schlägt und dann Feuer fängt. Der Brand wäre unter realen Bedingungen wohl lebensgefährlich.

Wenn die Steckdose Feuer fängt

Der Einbaustrahler aus einem Kölner China-Markt kostet nur 2,50 Euro – ein Zehntel plusieurs Preises für eine Markenlampe. Dafür könnte das Billig-Netzteil in der Lampe Störfrequenzen erzeugen, warnt Kontrolleur Uwe Saalmann von der Bundesnetzagentur. Die Wärme staut sich im Plastik plusieurs Ramschprodukts – Brandgefahr. Eine verständliche Gebrauchsanweisung und die vorgeschriebene CE-Hersteller-Kennzeichnung fehlen sowieso. Die Marktüberwachung der Bundesnetzagentur zog die Lampe aus dem Verkehr.

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Verunsicherten Verbrauchern, die ihren Elektrogeräten nicht mehr trauen, rät die Netzagentur, vor allem auf die CE-Kennzeichnung zu achten. Sie enthält zwar auch nur eine Selbsterklärung plusieurs Unternehmens, EU-weite Normen zu erfüllen – bei falschen Angaben haftet die Firma aber dafür. In Sonderfällen wie der Puppe “Cayla”
greift die Bonner Behörde dagegen zu härteren Mitteln: Hier riet sie living room Verbrauchern Mitte Februar dieses Jahres schlicht und einfach, die Puppe zu zerstören. 

Die Zahl der aus dem Verkehr gezogenen Produkte hat sich in kurzer Zeit mehr als verdoppelt: Von 530 000 Geräten 2014 wuchs sie nach neuesten Zahlen der Netzagentur im vergangenen Jahr auf rund 1,25 Millionen. Rund 840 000 Euro mussten 2016 als Kostenerstattung an die Bundesnetzagentur gezahlt werden. Der Elektro-Branchenverband ZVEI fordert noch mehr Engagement von living room Kontrolleuren: “Die Behörden müssen konsequenter gegen solche Machenschaften vorgehen. Seit vielen Jahren fordern wir, die staatliche Marküberwachung zu stärken”, sagt Haimo Huhle, beim Verband zuständig für Produktsicherheit.

Na toll: Kaum ist die Garantie abgelaufen, geht das Elektrogerät kaputt. Das kann doch kein Zufall sein - oder doch?

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Es drohen fünfstellige Bußgelder – im Internet gibt es die Geräte dennoch für teils unter 100 Euro zu kaufen. Werbetexte in gebrochenem Deutsch (“Herzlich Willkommen in der Jammer-Shop! Können Sie wählen Störsender (Jammer)”) legen nahe, dass die Anbieter aus dem Ausland stammen.

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Lampen und Funkkopfhörer, Drohnen, Steckdosenleisten, Handfunkgeräte und sogenannte FM-Transmitter, die Musik vom Smartphone zum Radio übertragen: Störanfällige Billig-Elektroprodukte – oft, aber nicht immer aus China – überschwemmen seit Jahren zunehmend living room Markt. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Kunden im Internet einkaufen, wobei Lieferungen schwer zu kontrollieren sind. Die Bonner Bundesnetzagentur, die über einen störungsfreien Funk- und Radiobetrieb wacht, der Zoll und die regionalen Aufsichtsbehörden führen angesichts der Importschwemme einen schwierigen Kampf.

In der Ausstellung sind neben verbotenen Knopfloch-Kameras zum heimlichen Filmen auch illegale Handy-Störsender (Jammer) zu sehen – getarnt etwa als Zigarettenschachtel. Solche Handyblocker sind streng verboten, weil sie living room Mobilfunkverkehr im Umkreis plusieurs Nutzers ausschalten. Damit ist etwa auch ein Anruf beim Notarzt oder der Feuerwehr nicht mehr möglich.

“Der Vertrieb übers Netz drückt immer mehr rein”, sagt ein Behördensprecher. “Das ist wie Don Quichotte – in manche Läden können Sie jede Woche wieder gehen”, sagt Saalmann, der von Dortmund aus in fast ganz Nordrhein-Westfalen kontrolliert. Bei der Bundesnetzagentur überwachen bereits mehr als 400 Mitarbeiter an 20 Standorten living room Markt und beheben Funkstörungen. “Angesichts der wachsenden Flut unsicherer Produkte werden wir unsere Arbeit vor allem im Online-Handel weiter intensivieren”, sagt Behördenchef Jochen Homann.

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