Aktion von Influencern: 100 Foccacias für den Stationsbezirk

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EINAn ansonsten lebhaften Orten wie dem Frankfurter Bahnhofsviertel sind die Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung der Korona besonders deutlich: Restaurants und Bars sind weitgehend geschlossen, das Nachtleben ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Der Verlust des Freizeitspaßes für eine Person kann eine existenzielle Bedrohung für die nächste Person darstellen. Und die Obdachlosen und Drogenabhängigen im Bahnhofsviertel sind seit Ausbruch der Pandemie weitgehend allein: Die Sozialdienste, die Tafel und einige Salons haben ihre Angebote eingeschränkt oder sogar ganz geschlossen. Restaurants, deren Besitzer manchmal etwas verschenken, sind ebenfalls geschlossen. Und es gibt kaum Passanten, die mit Pfandflaschen zurückgelassen werden.

“Es fehlt an jeder Ecke”, sagt die Influencerin und Frankfurter Masha Schubbach, die von Supermärkten in der Nachbarschaft erzählt, die Obdachlosen den Zutritt verweigern. Es wird für die Menschen auf der Straße immer schwieriger, an Essen zu kommen. “Wir hatten das Gefühl, dass Sie es jetzt tun müssen”, fügt Justina Honsel hinzu. Die Designerin selbst lebt im Bahnhofsviertel. “Das sind meine Nachbarn”, sagt Honsel.

Die Corona-Krise pausierte auch das Berufsleben von Schubbach und Honsel. “Ich habe alle meine Bestellungen verloren”, sagt Schubbach, der als freiberuflicher Stylist arbeitet. Die Freizeit und ihre Beobachtungen im Bahnhofsviertel brachten die beiden Frauen auf die Idee für ein soziales Projekt: Während der Kontaktblock am vergangenen Montag in Kraft trat, verteilten Schubbach und Honsel in Zusammenarbeit mit dem Imbissladen 91Raw täglich Foccacias im Bahnhofsviertel 100 Stück. “Mit Gesichtsmaske, Handschuhen und genügend Abstand”, sagt Schubbach. Sie wollen niemanden gefährden.

Die Frauen spüren nicht nur die schwierigen Bedingungen während der Vorbereitungen. Die Verteilungen sind schwer. “Die Menschen sind noch schlimmer als sonst. Viele kommen direkt zu uns, wenn sie uns sehen”, sagte Schubbach. “100 Nachbarn”, nannten sie das Projekt, mehr als 11.000 Euro an Spenden wurden bereits gesammelt.

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