Copernicus Award 2020 für herausragende deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Kryptographie

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Professor Dr. Sebastian Faust von der TU Darmstadt und Professor Dr. Stefan Dziembowski von der Universität Warschau wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für polnische Wissenschaft (FNP, Fundacja) für den Copernicus-Preis 2020 ausgewählt na rzecz Nauki Polskiej) für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Forschungszusammenarbeit. Die von der DFG und der FNP ernannte Jury wählte die beiden Forscher für ihre hervorragende Zusammenarbeit in den Bereichen theoretische Kryptographie und IT-Sicherheit aus. Ihre gemeinsame Forschung zu den mathematischen Grundlagen von Verschlüsselungstechniken hat wesentlich dazu beigetragen, den Einsatz von Informationstechnologien und den damit verbundenen Datenübertragungsprozess sicherer gegen Angriffe und gleichzeitig effizienter zu gestalten. Der entscheidende Beitrag ihrer Arbeit liegt nach Ansicht der Jury in der Art und Weise, wie sie verschiedene Sicherheitsmodelle zusammenbringen.

Faust und Dziembowski arbeiten seit ungefähr zehn Jahren zusammen, seit sie sich zum ersten Mal auf einer Fachkonferenz getroffen haben. Diese langjährige Partnerschaft hat zu einer Vielzahl von Veröffentlichungen geführt. Ein zentraler Bereich ihrer gemeinsamen Forschung ist die Entwicklung und Analyse von Gegenmaßnahmen zum Schutz vor Seitenkanalangriffen, bei denen der Stromverbrauch einer Smartcard beispielsweise zum Angriff auf IT-Sicherheitssysteme verwendet wird. 2014 erhielt das Paar auf der internationalen Konferenz EUROCRYPT den Best Paper Award der International Association for Cryptologic Research (IACR) für seine Arbeit zur Harmonisierung theoretischer und praktischer Sicherheitsmodelle für Seitenkanalangriffe. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer gemeinsamen Forschung sind Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Ihre gemeinsame Arbeit an Proof-of-Work-Mechanismen hat ebenfalls viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und möglicherweise dazu beigetragen, virtuelle Währungen wie Bitcoin viel energieeffizienter zu machen. Ihre Forschungsarbeit, in die sie häufig Nachwuchsforscher einbeziehen, hat in der wissenschaftlichen Gemeinschaft erhebliche Resonanz gefunden und die berufliche Praxis beim Einsatz von Informationstechnologien beeinflusst. Sebastian Faust und Stefan Dziembowski wollen ihre Zusammenarbeit in den kommenden Jahren fortsetzen.

Sebastian Faust ist Professor an der TU Darmstadt, wo er die Abteilung Angewandte Kryptographie leitet. Nach seiner Promotion an der KU Leuven in Belgien forschte Faust an der Universität Aarhus in Dänemark, gefolgt von einem Marie-Curie-Stipendium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in der Schweiz. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück, um eine Stelle als Assistenzprofessor an der Universität Bochum anzunehmen. Hier startete er als Leiter einer unabhängigen Nachwuchsforschungsgruppe von Emmy Noether ein Forschungsprojekt zum Thema “Kryptographie jenseits des Black-Box-Modells”. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kryptographie und IT-Sicherheit.

Stefan Dziembowski ist Professor an der Universität Warschau und leitet dort die Arbeitsgruppe Kryptographie und Blockchain-Technologien. Er promovierte an der Universität Aarhus in Dänemark. Anschließend forschte er an der ETH Zürich, dem italienischen Nationalen Forschungsrat in Pisa und der Universität Sapienza in Rom, bevor er 2010 an die Universität Warschau wechselte. Dziembowski hatte eine Reihe von Stipendien inne, darunter das großzügige Startstipendium und ein Advanced Grant vom Europäischen Forschungsrat (ERC) und ein Willkommens- und Teamstipendium der Stiftung für polnische Wissenschaft. Stefan Dziembowskis Forschungsinteressen sind Kryptographie, Blockchain-Technologie und intelligente Verträge.

Die beiden Kryptographen sind das achte Paar, das von der DFG und der FNP den Copernicus Award erhalten hat. Seit 2006 wird der Preis in Höhe von 200.000 Euro alle zwei Jahre an zwei Forscher vergeben, einen aus Deutschland und einen aus Polen. Es hat seinen Namen vom Astronomen Nicolas Copernicus (1473-1543) und soll die enge Forschungszusammenarbeit zwischen den Ländern symbolisieren. Das Preisgeld wird zu gleichen Teilen von der DFG und der FNP finanziert und gleichmäßig auf die beiden Preisträger aufgeteilt, die es im Rahmen der Förderprogramme beider Organisationen für jeden wissenschaftlichen Zweck verwenden können. Vorrang sollte die gemeinsame Unterstützung von Nachwuchsforschern haben.

Das 1991 gegründete FNP ist eine unabhängige und finanziell autonome gemeinnützige Nichtregierungsorganisation in Polen, deren Zweck die Finanzierung der Forschung ist. Seit 2005 besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der DFG, die die gemeinsame Vergabe des Copernicus-Preises beinhaltet. Der Copernicus-Preis 2020 wird im Laufe dieses Jahres in Warschau von DFG-Präsident Professor Dr. Katja Becker und FNP-Präsident Professor Dr. Maciej? Ylicz verliehen.

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Weitere Informationen

Medienkontakt:

DFG Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 228 885-2109, [email protected]

Kontakt der DFG-Zentrale:

Dr. Annina Lottermann, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Tel. +49 228 885-2802,

[email protected]

Weitere Informationen zum Copernicus Award:

http: // www.dfg.de /copernicus_award

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