Deutsche und amerikanische Unternehmen leiden so sehr

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Eine Flash-Umfrage der amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham) unter 2.300 Mitgliedsunternehmen gibt nun erstmals Auskunft darüber, wie stark Unternehmen in den letzten Wochen unter der Krise gelitten haben. Die Daten stehen dem Handelsblatt zur Verfügung.

Dementsprechend fühlten nur fünf Prozent der befragten Unternehmen keine Auswirkungen. Jedes dritte Unternehmen hat Ausfälle oder Verzögerungen in der Lieferkette.

Die Absage von Messen, Veranstaltungen und Geschäftsreisen betrifft 95 Prozent der Befragten. Und mit jedem zweiten Unternehmen verändern Krankheiten in der Belegschaft oder im Home Office die üblichen Arbeitsprozesse.

All dies bedeutet, dass Unternehmen erhebliche Verluste erwarten, wobei nur jeder Zehnte bisher keinen Umsatzrückgang erwartet.

“Unsere Mitgliedsunternehmen stehen derzeit vor enormen Herausforderungen”, sagte Frank Sportolari, Präsident von AmCham Deutschland. “Wir begrüßen das Hilfspaket der Bundesregierung, fordern aber gleichzeitig, dass die notwendigen Gesetze so schnell wie möglich verabschiedet werden.” Nur so können kleine und mittlere Unternehmen schnell und ohne Bürokratie unterstützt werden.

Hilfe in Milliardenhöhe

Die Bundesregierung hat am Mittwoch den ersten Schritt unternommen und beschlossen, Milliardenhilfe für Unternehmen, Alleinstehende, Mieter und Familien bereitzustellen. Kleine Unternehmen können drei Monate lang bis zu 15.000 Euro erhalten, wofür 50 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Für große Unternehmen werden staatliche Garantien für Verbindlichkeiten und ein unbegrenztes Darlehensprogramm durch die KfW-Entwicklungsbank gewährt.

Gleichzeitig appelliert die amerikanische Handelskammer an die US-Regierung, mit Europa zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Lösungen für den transatlantischen Handel zu finden. “Unsere globalisierte Welt fordert jetzt Solidarität und Zusammenhalt von uns.”

Wieder einmal argumentiert AmCham anders als US-Präsident Donald Trump, der sich mehr für Zwangsvollstreckung und Protektionismus im Sinne seiner “America first” -Politik einsetzt. AmCham Germany distanzierte sich frühzeitig davon und bezeichnete es als Hindernis für den interkontinentalen Handel.

Die Interessen der Wirtschaft zeigen, wie wichtig Freihandel ist. Die Unternehmen in beiden Ländern – USA und Deutschland – beurteilen das andere Land als wichtigen Absatzmarkt mit hohem Potenzial. Dies zeigt das aktuelle “Wirtschaftsbarometer 2020” des AmCham in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Roland Berger.

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Amerikanische Unternehmen in Deutschland schätzen insbesondere die hohe Qualifikation der Mitarbeiter, die Qualität der Versorgungsnetze und das hervorragende Potenzial als Absatzmarkt.

Dies ist insofern bemerkenswert, als Deutschland bereits vor der Koronakrise eine Wachstumslokomotive war. Laut dem Chefstrategen der Privatbanker von Merck Finck, Robert Greil, wird Deutschland nun das dritte Jahr in Folge mit unterdurchschnittlichen Wachstumsraten wachsen, was bedeutet, dass “Deutschland die Eurozone auf ganz andere Weise bremst als zuvor “.

Aber die geografisch günstige zentrale Lage Deutschlands in Europa und seine große Bevölkerung machen Europas größte Volkswirtschaft für die Amerikaner immer noch interessant.

Auf die Frage, was deutsche Unternehmen in Amerika besonders schätzen, heben sie sogar das enorme Umsatzpotenzial hervor. In den letzten Jahren hat sich trotz Trumps Handelsbedrohungen und Handelshemmnissen nichts geändert. Wenn es jedoch um die Zuverlässigkeit seiner Politik geht, bezeichnen nur vier Prozent der deutschen Unternehmen sie als gut.

In der letzten Umfrage waren es noch acht Prozent. Umgekehrt kritisieren Amerikaner in Deutschland, was sie für hohe Unternehmenssteuern und Energiekosten halten.

Mehr: Lesen Sie, wie Regierungen versuchen, das Corona-Virus mit Big Data einzudämmen.

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