Französischer Gastronom gewinnt gegen Axa-Versicherung

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Leere Gastronomie

Nach einem Gerichtsurteil muss sein Versicherer die Betriebsverluste eines französischen Restaurantbetreibers bezahlen.

(Foto: dpa)

Paris Dies ist eine Entscheidung, die schwerwiegende Konsequenzen für die rechtliche Beurteilung der Sperrung haben könnte: Stéphane Manigold, ein französischer Betreiber von vier Restaurants, hat in einem Fall vor dem Pariser Handelsgericht gegen den Versicherer Axa gewonnen.

In einer einstweiligen Verfügung forderte der Richter das Unternehmen auf, Manigold 45.000 Euro als Ausgleich für Betriebsverluste aufgrund der staatlichen Schließung aller Restaurants am 14. März zu zahlen. Ein Sachverständiger sollte die genaue Höhe des Schadens messen. Axa hingegen will Berufung einlegen.

Manigold hatte zwei Monate lang versucht, Axa dazu zu bringen, seine Versicherungsansprüche zu erfüllen. Er hat sich gegen Betriebsverluste aufgrund einer staatlich angeordneten Schließung seiner Restaurants versichert. Axa bietet diesen Schutz.

Trotzdem weigerte sich der Versicherer, den Restaurantbetreiber zu entschädigen. Um es milde auszudrücken, die Argumentation ist subtil: Die französische Sperrung ist keine Schließung der Restaurants. Vielmehr verbot der Staat lediglich Bars, Cafés und Restaurants, die Öffentlichkeit willkommen zu heißen.

Manigold zeigte an, dass der Effekt der gleiche war. Die Regierung hat immer gesagt, dass Restaurants für die Öffentlichkeit geschlossen werden sollten. Der Richter entschied sich am Freitag für den Unternehmer. “Ich bin erleichtert, dass die Versicherer in dieser Situation ihren Verpflichtungen nachkommen müssen”, antwortete Manigold.

Versicherung will Berufung einlegen

Das letzte Wort wurde jedoch noch nicht gesprochen: “Diese Entscheidung ist nur vorläufig und wird in Eile getroffen.” Axa kündigte in einem Kommuniqué an. Man würde appellieren. Manigold hatte einen spezifischen Vertrag, dessen Inhalt unterschiedliche Interpretationen enthielt. “Im Dialog mit unseren Kunden bemühen wir uns, eine einvernehmliche Lösung zu finden, wenn der gute Wille beider Seiten dies zulässt”, fährt Axa fort.

Im Fall des Gastronomen Manigold war die von Axa angebotene “freundliche Lösung” jedoch die Nichterstattung der Verluste, weshalb der Unternehmer vor Gericht ging. Wenn Manigold das Hauptverfahren gewinnt, könnte dies erhebliche finanzielle Konsequenzen für Axa und andere Versicherer haben, da eine große Anzahl von Restaurantbetreibern Richtlinien hat, die mit denen von Manigold vergleichbar sind.

Eine französische Zeitung zitiert einen nicht näher bezeichneten Vertreter der Versicherungsbranche, der behauptet: “Wir werden das Gerichtsverfahren fortsetzen, falls erforderlich, bis die Kläger bankrott gehen, dann ist keine Erstattung erforderlich.”

Mehr: Die Koronakrise könnte die Versicherungsbranche mehr als 200 Milliarden US-Dollar kosten.

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