Fußball: ausgesetzt | ZEIT ONLINE

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Am Dienstagmorgen, kurz nach zehn Uhr, sitzt der FC Bayern München, Hansi Flick, im Auto und fährt zum Trainingsbereich in der Säbener Straße. Er kann immer noch mit den Spielern auf dem Spielfeld arbeiten. “Mal sehen, wie lange”, sagt er am Telefon. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch sie das Verbot von Gruppenaktivitäten betreffen konnte. Er wird sich bald mit dem Bayern-Vorstand befassen Karl-Heinz Rummenigge Treffen und beraten, ob der Verein kein Beispiel geben sollte. “Wenn wir zu Hause bleiben, ist das nur fair.” Er ließ die Spieler für die Teilnahme an Videokonferenzen trainieren und entwickelte Fitnesspläne, die sie umsetzen sollten. Er bekommt Hilfe von seiner Tochter im Umgang mit der digitalen Welt.

Die entscheidende Phase der Saison beginnt normalerweise Mitte März. Im vergangenen Herbst übernahm Flick ein Tumbling-Team und baute das Selbstvertrauen der Spieler sanft wieder auf. Jetzt steht die Mannschaft im Halbfinale des DFB-Pokals und im Viertelfinale des DFB-Pokals an der Spitze der Bundesliga Champions League. Aber das alles ist jetzt wertlos. Die Bundesliga pausierte mindestens bis Anfang April, und auch die Champions-League-Spiele wurden bis auf weiteres ausgesetzt. Die für Juni geplante Europameisterschaft wird auf den Sommer 2021 verschoben.

Der Fußball, der mit seinem Spektakel Milliarden von Fans weltweit unterhält und viel mehr Milliarden Euro generiert, steht still. Die Teilnehmer sollten nun den Sinn in Bescheidenheit suchen, indem sie sich so ideal wie möglich ins Unsichtbare zurückziehen. Wie schwierig es für sie ist, vorübergehend bedeutungslos zu werden, wurde in den letzten Tagen beobachtet.

Die Beamten handeln hektisch. Sie streiten darüber, welcher Verband welche Spiele veröffentlicht, um neue Zeiträume für nationale Wettbewerbe zu schaffen. Sie sollten auf jeden Fall fortgesetzt werden. Am Dienstag wurde bekannt, dass der europäische Verband Uefa 300 Millionen Euro von Vereinen und nationalen Ligen verlangt, weil er dies tut europäische Meisterschaft um ein Jahr verschieben. Die Europameisterschaft sollte ab Mitte Juni in zwölf Ländern stattfinden, beginnend in Rom, das besonders von Corona geplagt wird.

Aber woher sollen die Millionen kommen? Die Vereine in der Bundesliga sehen sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz teilweise bedroht, da am Ende der Liga rund 750 Millionen Euro Einnahmen von Fernsehsendern, Zuschauern und Sponsoren verloren gehen würden, die Saison abgesagt werden müsste. Wenn mindestens ein paar weitere Spieltage mit sogenannten Ghost Games ohne Publikum gespielt werden, könnten einige der 18 Bundesliga-Vereine bankrott gehen, sagte der Chef der Deutschen Fußballliga (DFL) Christian Seifert. Vor diesem Hintergrund erscheint es verständlich, warum Beamte wie Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in ihrer Eigenschaft als Unternehmer am Wochenende noch darüber nachdachten, ob die Saison bis zum Sommer irgendwie zu Ende gehen könnte. Der Publizist und Philosoph Wolfram Eilenberger war dennoch empört. Er berichtet von “purem Entsetzen” in sich und vielen seiner Freunde über die “Blindheit und Unempfindlichkeit” im Fußball.

Die Bundesliga-Saison muss am 30. Juni enden. Dann enden die Verträge

Eilenberger ist verblüfft, dass Liverpool vor etwas mehr als einer Woche vor über 50.000 Zuschauern in der Champions League gegen Atlético Madrid antrat und am Samstag Zehntausende Fans in den Borussia Park in Mönchengladbach strömten, um gegen Borussia Dortmund zu spielen. Obwohl das Coronavirus bereits in der Nachbargemeinde Heinsberg ausgebrochen war: “Ich bin immer noch verrückt. Das ist mehr als fahrlässig. Dies wird später in der Analyse der Ausbreitung des Virus ein Problem sein, diese Verantwortungslosigkeit. Sie waren es Nicht gespenstisch, sondern Todesspiele. “Wenn” jetzt wie eine miserable Ballettaufführung gespielt werden sollte, damit jeder noch sein Fernsehgeld erhält “, sagt Eilenberger,” wäre dies nur ein weiterer erniedrigender Tiefpunkt in einer Reihe falscher Entscheidungen. “”

Der ehemalige Clubmanager von Mainz und Schalke Christian Heidel Derzeit sitzt er in seinem zweiten Zuhause im Südwesten Mallorcas fest, wo seine Frau und seine Tochter dauerhaft leben. Er wollte diese Woche nach Mainz zurück, hat aber Angst, dass er später als Deutscher nicht mehr zur Familie zurückkehren kann. Deshalb bleibt er vorerst an Ort und Stelle.

Heidel entdeckte das Talent eines Trainers von Jürgen Klopp und Thomas Tuchel. Er hat vor einem Jahr bei Schalke 04 gekündigt. Er glaubt, dass die Koronakrise den Fußball verändern wird, wenn er erneut gespielt wird. Kein Verein der Welt würde ohne Verlust davonkommen, und auch die Gehälter und Transfers der Spieler würden sinken. “Welcher Verein wird der erste sein, der einen weiteren Transfer für 100 Millionen Euro tätigt?” Fragt Heidel. Es ist noch völlig unklar, wer letztendlich einer der Krisensieger sein wird. Jeder, der Spieler in Reihen rekrutieren konnte, die auf dem Transfermarkt kostenlos verfügbar waren, sobald seine Vereine ihnen das vereinbarte Gehalt nicht mehr zahlen konnten.

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