Mazda hat einen neuen Höhepunkt. Der CX-60 bietet eine beeindruckende Leistung und einen beeindruckenden Preis, aber das Chassis enttäuscht

Der Autobauer aus Hiroshima hat sich lange erfolgreich gegen die Elektrifizierung gewehrt, ist aber schließlich den Emissionsreduktionen des Plug-in-Hybridantriebs erlegen. Wie kam es zu Mazdas erster Kombination aus Benzin und Strom?

Lange Motorhaube, kurzer hinterer Überhang, fast perfekt senkrechte Front des Autos. Das große SUV von Mazda hat den Stil eines eleganten Raubtiers, das mit zusammengekniffenen Augen und einem friedlichen Lächeln in die Welt blickt. Die majestätischen Proportionen der 4,75 Meter langen Karosserie sind kein Selbstzweck, große Sechszylindermotoren müssen auch unter die Fronthaube passen. Den Diesel mit 3,3 Liter Volumen hat Mazda bereits in der Preisliste, der Dreiliter-Benziner wartet noch. In einer Zeit, in der die Autohersteller darum ringen, saubere Elektroautos anzubieten, ist die Entwicklung völlig neuer Reihensechszylindermotoren eine fast schon schockierende Leistung.

Für diese Zeit kauert allerdings fast schon entschuldigend ein längs eingebauter Vierzylinder-Ottomotor unter der Haube des von uns getesteten Plug-in-Hybrid-Mazda. Er hat ein untypisches Volumen von 2,5 Litern, kommt ohne Turbo aus, trumpft aber mit einer hohen Verdichtung von 13:1 auf.

Seine 192 PS würden wohl auch für einen Zwei-Tonnen-Wagen mit Allradantrieb ausreichen, unterstützt wird er aber von einem Elektromotor, der auf der Eingangswelle des Achtgang-Automatikgetriebes sitzt. Beide Motoren summieren sich auf 327 Pferde, was schon eine Herde ist, die man als richtig groß bezeichnen kann. Damit ihm nicht die Energie ausgeht, kümmert sich neben dem 50-Liter-Benzintank eine Lithium-Batterie mit einer Kapazität von 17,8 kWh darum. Regelmäßiges Laden ist sinnvoll, nur so bleiben Leistung und Verbrauch im Gleichgewicht.

Das Aufladen des Akkus geht für Plug-Ins recht schnell, die Wallbox schafft das in zweieinhalb Stunden. Ein aufgeladener Mazda kann dann rund 40 Kilometer rein elektrisch fahren, am besten funktioniert das Auto aber im automatischen Hybridmodus, der den Strom deutlich langsamer aus der Batterie entzieht. Der Benzinverbrauch überschreitet nicht 6,5 Liter pro 100 Kilometer, es ist ratsam, ihn etwa alle zweihundert aufzuladen.

Wer sich mit dem regelmäßigen Laden von Strom abfindet, muss damit rechnen, dass der Antrieb nicht mehr in allen Situationen so ruhig agiert. Der Benziner erreicht häufiger den hohen Drehzahlbereich und sein deutlich höherer Fahranteil bedeutet einen höheren Verbrauch. Acht Liter, manchmal etwas mehr.

Die gute Nachricht ist, dass der Mazda auch mit einem kleineren Vierzylinder souverän fährt und in sechs Sekunden 100 km/h erreicht, um den ihn selbst Premiumkonkurrenten deutscher Provenienz beneiden können. Es gibt aber ein paar Kleinigkeiten, die den schönen Eindruck trüben. Unter leichter Last ruckelt das Getriebe manchmal und der Elektromotor ist mit seinem quietschenden Geräusch lauter als er sein sollte.

Die größte Beschwerde richtet sich jedoch an das Fahrwerk: Sobald das Auto den perfekten Untergrund verlässt, verspürt die Besatzung Komforteinbußen. Das Auto ist für die Verhältnisse eines großen SUV unerwartet hart, der wellige Asphalt kann die Karosserie zum Schwingen bringen. Geschieht dies auch noch in einer Kurve, wo sich das Heck tendenziell mehr neigt, wirkt das Auto unangenehm zerstreut.

Die deutsche Autobild, die ähnliche Erfahrungen mit dem Plug-in-Hybrid-Mazda gemacht hat, lud aus diesem Grund sogar Techniker des Autokonzerns auf die Teststrecke ein. Das geht aus ihrer Aussage hervor Testergebnisse Sie nehmen “sehr ernst”. Was so gedeutet werden kann, dass Mazda in absehbarer Zeit das Fahrwerk modifiziert.

Der CX-60 hat jedoch einige wichtige Merkmale, die nicht übersehen werden sollten. Unter Hybrid-SUVs hat er ein überdurchschnittliches Kofferraumvolumen, zieht einen 2,5 Tonnen schweren gebremsten Anhänger und sein großzügiger Innenraum bietet Platz für fünf Personen, ohne sich gegenseitig auf dem Schoß zu sitzen.

Und dann sind da noch die Feinheiten, die jeder Autofahrer zu schätzen wissen wird: Mazda verzichtet weiterhin auf eine Volldigitalisierung des Armaturenbretts, die Klimatisierung wird über physische Tasten gesteuert, das Radio lässt sich weiterhin per Drehknopf stumm schalten. Auch am bewährten Zentralsteuergerät hält der Autobauer fest, ebenso an der Qualität des Designs. Beispielsweise hat das im CX-60 spielende Audiosystem einen klaren und satten Klang, der normalerweise nicht zu hören ist. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass der Autohersteller das Problem mit der Unterstützung von Android Auto und Apple CarPlay noch nicht gelöst hat, sie sind immer noch nicht für die Fahrzeugspezifikation der Tschechischen Republik verfügbar.

Mazda CX-60 2,5 l e-Skyactiv PHEV

Motor: Benzin 4-Zylinder, 2488 cm3 + Elektromotor
Leistung: 141 kW (192 PS) bei 6000 U/min + 129 kW (175 PS)
Systemleistung: 241 kW (327 PS) bei 6000 U/min
Systemdrehmoment: 500 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,8 Sek
Verbrauch kombiniert (WLTP): 1,5 l/100 km + 23 kWh
Volumen des Gepäckraums: 570 – 1726 l
Preis: ab 1.343.090 CZK

Der erste Versuch eines Plug-in-Hybrid-Mazda ist zwar nicht fehlerfrei, aber es lohnt sich auf jeden Fall, darauf zu achten. Schon weil der Preis selbst mit der höchsten verfügbaren Ausstattung nicht in die Höhe steigt, verfehlte das getestete Stück nur knapp die 1,5-Millionen-Marke. Der konkurrierende BMW X5, der bei 1,9 Millionen Kronen beginnt, wird Ihnen gute Dienste leisten, um die aktuellen Preisverhältnisse besser zu verstehen.

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