Wie Hamburger Gastronomen kreativ mit der Krise umgehen

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N.a, im Hintergrund sind keine überschwänglichen Gäste zu sehen, sondern Fabio Haebels zweijährige Tochter. Wie so viele Köche heutzutage steht er nicht an einem Montagabend am Herd seines Restaurants im Hamburger Stadtteil St. Pauli, sondern in der Familienküche. Nach einer Zeit freiwilliger Selbstregulierung besteht nun ein landesweites Verbot der Verpflegung, um das Koronavirus einzudämmen. Nur Lieferung und Verkauf außerhalb des Hauses sind zulässig. Für viele bedeutet dies nichts weniger als eine Katastrophe. Diejenigen, die ihre Waren nicht loswerden können, keine Angestellten und keine Miete bezahlen können, sind von ihrer Existenz bedroht. Die ersten staatlichen Hilfspakete werden bereits zusammengestellt, aber werden sie wirklich alle erreichen? Werden sie für einen Zeitraum ausreichen, von dem niemand weiß, wie groß er sein wird? Viele Gastronomen wollen diese Fragen nicht dem Zufall überlassen. Sie entwickeln kreative Lösungen, die nicht selten dem Gemeinwohl dienen.

Genau wie das aus Berlin importierte Projekt, das Haebel gerade beschäftigt. Zu Beginn der Corona-Krise versuchte der 33-Jährige, die vom Restaurant 100/200 mit kostenlosem Sekt aus den vielen stornierten Reservierungen gestartete Kampagne “Sekt für alle” zu bewältigen. “Wir waren immer noch humorvoll unterwegs, aber das hat sich schnell geändert”, sagt er im Rückblick. Stattdessen kocht er seit der staatlich angeordneten Zwangsschließung Essen für diejenigen Menschen, deren Arbeitsgesellschaft am stärksten abhängig ist: Ärzte, Krankenschwestern, Kinderbetreuer.

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